Leseprobe Erzähle - schreibe - lächle


Die feine Gesellschaft

... da geschah das Unfassbare. Die Konzernleitung in USA traf die Entscheidung, die Europa und Deutschlandaktivitäten herunterzuschrauben. Der Sozialismus in Osteuropa war erledigt. Folglich bedurfte es nicht mehr eines amerikanischen Korsetts. Ein Korsett, welches Westeuropa und Westdeutschland wirtschaftlich stützte. Somit nicht vom Kommunismus überrollt werden konnte. Klee erhielt die Aufforderung, zunächst 150 Mitarbeiter abzubauen. Das heisst, sie zu kündigen und auf die Strasse zu setzen...


Mein schwarz - weisser Freund

... meine Haushaltungsvorstandsvorsitzende dachte nun, na ja, wenn der Mann die Katze nicht mehr sieht und ignoriert, dann kann ich sie ja auch in die Wohnung lassen. Also das war Heimtücke pur. Eine freche Überrumpelungstaktik mit Folgen. Nichts ahnend saß ich eines Abends auf der Couch. Die Terrassentür war auf. Meine Chefköchin werkelte in der Küche herum. Da sah ich sie. Konnte sie nicht mehr ignorieren. Sie saß direkt vor der Küchentür. Ein schwarz-weißes freches etwas. Die Katze;"Komm her du kleines Biest, wenn du Mut hast"! So rief ich und klopfte dabei auf meine Schenkel. Die Katze spitzte die weißen Ohren, legte den Kopf zur Seite und schaute mich mit großen Augen an. Na, rief ich erneut: "Du bist ein Feigling"! Wie von einem Katapult abgeschossen, kam sie mit rasanten Sätzen auf mich zugerannt. Sie sprang in die Höhe und landete ganz sanft auf meinem Schoss. Dabei schnurrte sie laut und kuschelte sich an meinem nicht gerade klein geratenen Bauch. Ich gab mich geschlagen. Die Katze hatte es geschafft und gewonnen... meine Küchenfee...


Patient und Therapeut

Kahl erzählte viel aus seinem Leben. Der Ulla M. ging das im Prinzip nichts an. Aber sie interessierte sich sehr für die Erlebnisse und Anekdoten ihres Patienten. Nun ist der Herr Kahl trotz Krankheit, ein Mensch mit viel Humor. Ein Kabarettist und manchmal auch ein Zyniker. Folglich wurde viel gelacht. Die Ulla M. war so richtig gelöst und fröhlich. Es klang auch spannend, wenn dieser Patient Kahl, in lustiger Weise erzählte. Es zog immer ein lachender Sonnenschein durch das Behandlungszimmer, wenn Kahl auftauchte. Auch die Sprechstundenhilfe wurde von der guten Laune angesteckt. Es war heiter, wann immer Kahl zur Tür hereinkam und das Wartezimmer betrat. Im Wartezimmer war dann eine fröhliche Stimmung. Es war richtig locker.


Liebe über die Grenze

Dass Christa und auch ihr Micha zu dem Kreis gehörten, den wir in Verdacht hatten, mit der Stasi zusammen zu wirken, war klar. Beweise hatten wir dafür aber nicht. Wir wurden jedenfalls niemals in irgendeiner Weise von Stasileuten belästigt. Vielleicht waren wir auch zu harmlos und kein großer Fisch. Dann kam für Heinz der Knaller dieses Abends in Gestalt einer außergewöhnlichen Frau. Christa kam in Begleitung ihrer Kollegin, Eva. Heinz sah Eva, Eva sah Heinz, sie reichten sich zaghaft die Hände zur Begrüßung. Ich schaute beide an. Hier hatte soeben der Blitz eingeschlagen. Es fehlen die Worte, diesen Moment richtig zu beschreiben. Beide konnten nicht die Blicke voneinander lassen.


Überfordert
Das Wahlgesetz sieht in diesem Fall vor, daß kommuliert und panachiert werden kann. Dadurch kommt es oft dazu, dass ein Kandidat bei der Wahl um Zehn oder mehr Plätze nach vorn gewählt wird. Dabei wollte er doch nur ein Ersatzkandidat sein. Dann kann er das Mandat annehmen, oder ablehnen. Nimmt er an, dann ergibt sich die Frage, ob er nicht als ein völlig unmotivierter Abgeordneter in der Stadtverordnetenversammlung sitzt. Von dem werden nun Entscheidungen mit manchmal sehr großer Tragweite, für die Bürger, gefordert. Fritz musste auch erst lernen, solche Situationen in sich aufzunehmen. Ihm wurde aber himmelangst, wenn er bedachte, Abgeordnete neben sich zu wissen, denen die nächsten Fünf Jahre als lustlose Herumhockerei auf den Sack gehen...Die Entscheidungswege sind schleppend, mit Zweiflern gepflastert. Einfach lahm... Politik nach Feierabend, ist erquickend und erlabend, ... so mancher weiß auch anders, ... aus Erfahrung, was für’ n Scheiß!


Eine Probe aus 5 von 16 Geschichten. Mehr davon?
Dann gerne das komplette Buch.